Am Freitag, dem 24.09.2021 fand die Jahresdienstversammlung der Feuerwehr Nideggen, natürlich unter 3G Bedingungen statt. Wehrleiter Karl-Heinz Latz konnte an die 100 seiner 150 aktiven Mitglieder der Einsatzabteilung in der Mehrzweckhalle Nideggen begrüßen. Hinzu kamen noch Mitglieder der Jugendfeuerwehr, sowie der Unterstützungsabteilung, die auch in diesem Jahr wieder für das leibliche Wohl gesorgt hatte. In seiner Ansprache ging der Wehrleiter auf die beiden vergangenen Jahre ein, da im Jahr 2020 keine Dienstversammlung stattfinden konnte. Er dankte den anwesenden Kameraden für ihre Einsatzbereitschaft. Bereits in den Jahren 2019 und 2020 hatten ein Sturmtief und mehrere Unwetter für zahlreiche Einsätze gesorgt, sodass die Einsatzzahlen insgesamt in die Höhe schnellten. Im Jahr 2019 mussten die sechs Löschgruppen zu 230 Einsätzen ausrücken, im Jahr 2020 bereits zu 341. In diesem Jahr liegen die Einsatzzahlen zum 24.09.2021 bereits bei 300. Von den 300 Einsätzen liegt der Anteil an wetterbedingten Ereignissen bei ca. 60 % aller Einsätze. Stolz zeigte sich der Wehrleiter eine Feuerwehr führen zu dürfen, die drei Tage im Juli diesen Jahres mit allen verfügbaren Kräften im Hochwassereinsatz war und am vierten Tag noch in Zülpich die dortigen Kameraden unterstützte. Bis zur vollständigen Erschöpfung haben die meisten Kameradinnen und Kameraden versucht, das Hab und Gut der Bevölkerung zu schützen, und viel zu oft musste die Feuerwehr aufgeben. Wir waren nicht mehr in der Lage den Menschen helfen zu können, Hilfe anderer Feuerwehren war nicht mehr zu bekommen, eine besondere Erfahrung die noch keiner meiner Führungskräfte in unserer Feuerwehr gemacht hat, so Karl-Heinz Latz weiter. Die Schäden am Inventar der Feuerwehr blieben gemessen am Gesamtschaden gering, und es kam niemand körperlich zu Schaden. Wer die Bilder aus Erftstadt und aus dem Ahrtal gesehen hat, weiß wie viel Glück wir hatten. Ein großes Problem des abgelaufenen Jahres war natürlich die Corona-Pandemie. Beim ersten Lockdown wurden sämtliche Aktivitäten ausgesetzt, das hat insbesondere bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr zu Problemen geführt. Aber auch die Einsatzabteilung hatte große Probleme zu bewältigen. 18 Kameraden sind während der Pandemie neu in die Feuerwehr eingetreten. Diese neuen Mitglieder müssen aber auch ausgebildet werden. Daher wurde mit der Verwaltung ein Hygienekonzept erstellt, welches einen einigermaßen normalen Dienstbetrieb ermöglichte und das es erlaubte, den Neuen die Grundlagen ihrer Tätigkeit zu vermitteln. Der Wehrleiter bedankte sich beim Kreisbrandmeister da dieser sich dafür eingesetzt hatte die Angehörigen der Feuerwehr frühestmöglich Impfen zu lassen. Ein Ausfall einer Löschgruppe durch Quarantäne hätte uns vor große Probleme gestellt. Ebenfalls als großes Problem stellte sich im Jahr 2020 die enorme Trockenheit dar. Die Feuerwehr Nideggen musste zu mehreren Wald- und Flächenbränden ausrücken. Dabei wurde festgestellt, dass man hierfür nicht optimal aufgestellt war. Einiges an Equipment musste noch beschafft werden. Auch Fahrzeugbeschaffungen werden notwendig sein, prophezeien Experten doch die Zunahme an Trockenperioden und steigender Waldbrandgefahr in den nächsten Jahren. Leider können wir nicht die Fahrzeuge kaufen, die es dazu bräuchte, so Karl-Heinz Latz. Wir würden gerne Fahrzeuge beschaffen, die günstig zu beschaffen sind, hohe Anforderungen erfüllen und überall in Europa im Einsatz sind. Diese Fahrzeuge kann man in Deutschland nicht zulassen. Der deutsche TÜV sagt nein, über die Hintergründe lässt sich nur spekulieren. Die Verbände der Feuerwehren favorisieren Fahrzeuge, die anders konzipiert und vor allem exorbitant teuer sind, diesen weg möchte die Feuerwehr Nideggen nicht mitgehen. Die Aussichten für die Zukunft sehen alles andere als dunkel aus, bereits 9 Neuanmeldungen für die Einsatzabteilung sind in diesem Jahr zu verzeichnen, davon drei Frauen. Die Stadt Nideggen sorgt für die Ausstattung, die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans ist in Vorbereitung und die Renovierung der Gerätehäuser läuft langsam an. Hier gibt es einen großen Investitionstau.

Auch Kreisbrandmeister Karlheinz Eismar dankte den Kameraden aus Nideggen für ihre geleistete Tätigkeit der letzten beiden Jahre, er berichtete unter anderem über die Ansiedlung des neuen Standortes des Instituts der Feuerwehr NRW im Kreis Düren, welches einen enormen Vorteil für alle Feuerwehrangehörigen im Kreis Düren bedeutet.

Bürgermeister Marco Schmunkamp richtete im Namen der Nideggener Bürger seinen Dank an die Kameraden, sowohl der heiße Sommer, der Sturm im letzten Jahr, wie auch die Hochwassersituation im Juli haben gezeigt, wo noch nachgebessert werden muss.

Im Anschluss an die Grußworte erfolgten zahlreiche Beförderungen, Ernennungen und Ehrungen.

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Zu Feuerwehrfrauen und Männern wurden David Gomes, Martin Friesen, Vera Nick,
Carsten Sulek und Marco Wassong befördert.
Zu Oberfeuerwehrfrauen und Männern wurden Lena Tabel und Marc Tauscher befördert.
Zu Unterbrandmeistern wurden Simon Foemer und Florian Latz befördert.
Zum Oberbrandmeister wurde Sascha Breuer befördert.
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 Carmen Baron wurde zur Stadtjugendwartin ernannt, Florian Latz zu ihrem Stellvertreter. 
Franziska König wurde zur Frauenbeauftragten ernannt.
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 Für 25-jährige Pflichterfüllung erhielt Oliver Freuen das Ehrenzeichen des Landes NRW in Silber,
für 35-jährige Tätigkeit wurde Uwe Müller, Paul Weber, Stefan Schmid, Marcel Pastern und Paul Frings mit dem Ehrenzeichen in Gold des Landes NRW ausgezeichnet.