2992993673In den letzten Tagen wurden in Nideggen-Rath wieder zwei neue Sirene montiert. Bis 1993 unterhielt der Bund für Zivilschutz ein Sirenennetz mit 80.000 Standorten. Das schien nach dem Ende des Kalten Krieges jedoch nicht mehr nötig. Deshalb bot er den Gemeinden das Sirenensystem zur Übernahme an.

Doch die Kosten für die Instandhaltung und das Betreiben der alten Anlagen waren für viele ohnehin klamme Kommunen zu hoch. In der Folge wurden die meisten der Warnanlagen von den Dächern geschraubt. Mit ihnen ging oft auch die zugehörige Infrastruktur verloren: Warnämter und Sirenensteuernetze wurden demontiert, die Feuerwehren setzten auf die stille Alamierung über Funkmeldeempfänger. Seitdem hat sich im Katastrophenschutz viel getan. Die Städte warnen mit Apps direkt auf dem Smartphone, und sogenannte "Black-Sites" können bei Bedarf online gestellt werden. Allerdings Sirenen sind vor allem nachts unschlagbar. Kein System kann dann so effektiv warnen wie sie. Das Handy hingegen nehmen viele nicht mit ins Schlafzimmer oder machen es nachts aus."

Als problematisch gilt zudem, dass vor allem ältere Menschen am Handy scheitern könnten. In einem Viertel der Städte in NRW fehlen trotzdem die Sirenen. Darum bleibt der Feuerwehr dort derzeit nichts anderes übrig, als im Gefahrenfall "im Feuerwehrauto durch die Straßen zu fahren und Lautsprecherdurchsagen zu machen". Im Ernstfall bindet das Kräfte. Großfeuer, Hochwasser, Zugunfälle oder Orkane können plötzlich und jederzeit auftreten, im Ernstfall muss schnell reagiert werden. Nun unternehmen die Kommunen größte Anstrengungen, um das altmodisch wirkende, aber hocheffektive Sirenenwarnsystem wieder flächendeckend zu installieren. Zumal seit dem 1. Januar 2016 die Kommunen gesetzlich für die Warnung der Bevölkerung verantwortlich sind. Zuvor war diese Aufgabe nicht ausdrücklich erwähnt, weil sie als Teil der allgemeinen Aufgaben der Gemeinden und Kreise im Brandschutz beziehungsweise bei Großschadensereignissen gesehen wurde. Mit dem neuen Gesetz ist die Zuständigkeit nun ausdrücklich klargestellt worden. Wie die Bewohner der Ortschaften Wollersheim, Embken, Muldenau, Berg und Abenden sicherlich bereits mitbekommen haben heulen bei einigen Einsätzen der Feuerwehr, wie bis in die achtziger Jahre, wieder die Sirenen. Immer mehr Gemeinden setzen wieder verstärkt auf die Sirene als Warninstrument für Bürger oder als Alarmierungsmittel für Feuerwehrkräfte. Gerade in ländlichen Gebieten sind die Sirenen zur Alarmierung der Aktiven eigentlich unverzichtbar. Die Funkausleuchtung ist nicht überall gegeben. Gerade in manchen Tälern oder an steilen Hängen lösen die Meldeempfänger nicht zuverlässig aus. Ein weiterer Gesichtspunkt ist die akustische Wahrnehmbarkeit der Funkmeldeempfänger. Sobald Rasenmäher, Heckenschere, Laubbläser, Hochdruckreiniger oder sonstige laute Maschinen oder Geräte benutzt werden, fällt der Alarm des Funkmeldeempfängers dem Gehörschutz oder dem Umgebungslärm zum Opfer. Auch sei der Vibrationsalarm in der Arbeitskleidung oft nicht spürbar. Auch die Mobiltelefone werden zur Alarmierung der Feuerwehr genutzt. Oft kommt es aber vor das die Geräteakkus leer sind oder die Geräte, besonders Nachts ausgeschaltet werden, die Apps auf den Smartphones melden sich rund um die Uhr.

Unsere Erfahrung zeigt auch dass, wenn die Sirene zum Einsatz ruft, der eine oder andere zum Einsatz erscheint, der bei einem stillen Alarm vielleicht nicht gekommen wäre. Die laute Alarmierung der Feuerwehrangehörigen im ländlichen Raum wird auch in der Bevölkerung überwiegend positiv wahrgenommen und fördert somit das Ansehen der Institution, die Bevölkerung darf ruhig mitbekommen, dass wir regelmäßig Einsätze haben. Leider ist die Bereitschaft der Bürger, sich ehrenamtlich in der Feuerwehr zu engagieren nicht mehr besonders groß, und somit haben auch wir Personalprobleme. Das wenige Personal, das uns zur Verfügung steht, muss die Alarmierung mitbekommen um die Gefahrenabwehr vornehmen zu können. Das Sirenennetz wird auf alle Ortschaften in der Stadt Nideggen ausgebaut.

Wichtig ist, die Sirenen heulen nicht bei jedem Einsatz. Heulen die Sirenen heißt das fast immer - Menschenleben in Gefahr - und hier zu helfen und möglichst zu retten hat für uns allerhöchste Priorität. Sirenensignale und Standorte