Impressionen zum Jahreswechsel


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Von Ralf Kostromski, Löschgruppe Nideggen.

Silvester 2016, heute wird ein langer Tag, darum ausschlafen am 31.12.2016.

05:07 Uhr, die Nacht ist schlagartig zu Ende. Der Funkmeldeempfänger stört ! Ich lese die Meldung und erstarre: BD3 (höchste Stufe für den Brand eines Hauses) in Heimbach !

Ähh, ja, ich nehme mir einen zusätzlichen dicken Pullover und ein zweites Paar Handschuhe mit zum Gerätehaus.

Im Gerätehaus Nideggen wird schnell klar: DAS wird ein längerer Einsatz. Ich bin eingesetzt als Maschinist (Fahrer) im HLF. Auf dem Weg nach Heimbach fragen wir über Funk nach, wohin wir fahren müssen. Die Anweisung heißt: „ Wenn ihr über Vlatten fahrt, ...“ Unsere Antwort kommt promt: „Wir sind gleich an Abenden vorbei!“ „Ja, dann Richtung Burg!“ Ich denke mir, ihr könnt ja als Willkommensgruß ein blaues Licht auf eurem Fahrzeug einschalten, wir werden euch finden! Bei der Durchfahrt durch Heimbach melden wir uns lautstark bei den Bürgern der Stadt an. Tatüü !!!

An der Einsatzstelle folgendes Bild: Ein Haus in Vollbrand, der gemeinsame Dachstuhl dieses und eines benachbarten Hauses ebenso. Für uns der Auftrag: Erstmal Grundschutz der Stadt, da alle Einheiten der Stadt Heimbach hier im Einsatz sind. Aber kurze Zeit später sind wir mit dabei. Verteidigung eines weiteren benachbarten Hauses. Ein Trupp unter Atemschutz mit Hohlstrahlrohr und Wärmebildkamera ins Dachgeschoss. Vor dem Objekt bekommen wir noch eine kurze Dusche von den Heimbacher Kameraden. Ich mache die Atemschutzüberwachung für unseren eingesetzten Trupp. Die Finger eiskalt, die Handschuhe fühlen sich steif an. Klar, die sind außen gefroren. Die Temperaturanzeige im Fahrzeug zeigt -5°C, die Anzeige bei VR Bank gegenüber -10°C. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Kurz vor 06:00 Uhr stoßen die Kameraden aus Schmidt zu unserer Unterstützung hinzu. Der ein oder andere Trupp unter Atemschutz muss den Einsatz früher abbrechen, da Masken und Lungenautomaten gefrieren. Es wird hell und nur der Dachstuhl brennt noch. Auf der Rückseite des Hauses sägen wir mit unserer Rettungssäge (Kettensäge mit gepanzerter Sägekette) ein großes Loch in das Dach eines Wintergartens. Dadurch wird eine Leiter vorgenommen, wir haben endlich Zugang zum Dach der Rückseite. Vor dem Haus wird das Tanklöschfahrzeug der ersteingetroffenen Einheit aus Heimbach umgestellt. Die Drehleiter aus Stockheim findet Platz, hierzu wird noch ein Baum gefällt. Mittlerweile stehe ich mit unserem Gruppenführer auf dem Balkon des Nachbarhauses, der Dachstuhl stark beschädigt. Bei uns ein Angriffstrupp der Feuerwehr Mechernich, die Jungs löschen letzte Glutnester im Dach. Wir kontrollieren mit der Wärmebildkamera. Schräg über uns zwei Jungs von unserer Löschgruppe im Drehleiterkorb holen letzte Dachpfannen mit dem Einreißhaken runter und löschen ebenfalls.

An der Einsatzstelle erscheint unser Bürgermeister Marco Schmunkamp. Er bekommt bei jedem Einsatz eine SMS, er möchte Informiert sein was seine Feuerwehr so beschäftigt. Hört man auch nicht oft. Um kurz vor 11 Uhr nähert sich für uns der Einsatz dem Ende. Schmidt und Nideggen fahren gemeinsam zum Gerätehaus Nideggen. Dort unter anderem warme Worte des Dankes unseres Bürgermeisters. „Danke Marco!“ Danach warme Suppe zubereitet von den Kameraden aus Abenden.Wir hören das die Jungs aus Wollersheim und Embken sich auch ein paar Stunden um die Ohren gehauen haben. Grundschutz für die Stadt Nideggen.

So jetzt müssen nur noch unsere Fahrzeuge wieder aufgerüstet werden, unsere Schläuche (teils gefroren) sind in Heimbach geblieben.

NEIN ! Keine Ruhe für das Aufräumen ! Nächster Einsatz! BD1, unklarer Rauch in Nideggen. Schnell stellt sich an der Einsatzstelle heraus: Fehlalarm. Glück gehabt!

So.... weiter Fahrzeuge bestücken und vor allen Dingen tanken, Silvester kommt erst noch ....

Statistik Ende 2016: 119 Einsätze, es reicht. Danke dem Ehrenamt ....

01.01.2017 8.54 Uhr: Es geht schon wieder los! Kaminbrand Schmidt, wir sind dann mal wieder ....